Personal Page & Märkte
Kunden - Login


  • Kunde werden


Nachrichten
Nachrichten filtern    
29.10.19 | 06:02
Expertin: Frauen haben immer noch Berührungsängste bei der Geldanlage / Buchautorin Slavik: Mehr Finanzbildung würde helfen - Geld soll kein permanenter Stressfaktor sein
APA

Frauen hätten immer noch größere Berührungsängste als Männer, wenn es um die Geldanlage geht, sagte Angelika Slavik, Ko-Autorin des Buchs "Money Queen - Der Geldplan für Chaosgöttinnen", im Gespräch mit der APA anlässlich des Weltspartages am 31. Oktober. Dies liege aber nicht nur am individuellen Risikoverhalten, sondern sei auch Resultat struktureller wirtschaftlicher Benachteiligungen.

Diese strukturelle Benachteiligung fange mit der Tatsache an, dass Mädchen weniger Taschengeld bekommen würden als Buben und spanne sich bis zum Gender-Pay-Gap. Dies führe dazu, dass Frauen weniger Geld sparen und anlegen, und in Folge auch weniger Geld im Alter zur Verfügung hätten. "Das ist eigentlich wahnsinnig ungerecht, so die SZ-Wirtschaftsredakteurin Slavik. Auch die hohe Teilzeitquote bei Frauen, die Kinder betreuen, trage dazu bei, dass weniger Einkommen zum Veranlagen zur Verfügung stehe.

Hinzu komme aber auch, dass Frauen eine große Zurückhaltung gegenüber Finanzmarkt-Themen an den Tag legen würden, da sie häufig das Gefühl hätten nicht genug Fachwissen zu besitzen. Die fachspezifische Sprache der Finanzwelt wirke oft abschreckend. "Man hat das Gefühl, die Finanzsprache wurde von Banken erfunden, damit man so wenig wie möglich versteht," sagte Slavik. Abhilfe könne durch mehr Finanzbildung geschaffen werden. Denn viele Schüler würden die Schule abschließen und hätten zwar viel wichtiges theoretisches Wissen, oft fehle ihnen aber der praktische Bezug.

Die Buchautorin empfiehlt Frauen, ein entspanntes Verhältnis zu Geld zu entwickeln und Berührungsängste zu der Thematik abzubauen. "Geld soll kein permanenter Stressfaktor sein", so Slavik. Dafür müsse man sich aber mit dem Thema auch auseinandersetzen. Gemeinsam mit Ko-Autorin Meike Schreiber wolle Slavik hier einhaken und dem Thema Finanzen und Geldanlage vor allem "den Mythos nehmen. Wir versuchen deutlich zu machen, wie man sich annähert."

Die Autorinnen legen Frauen unter anderem Investments in Aktien oder Fondssparen nahe. Schon mit wenig Geld lasse sich ein langfristiger Gewinn erzielen. So gebe es bereits Fondssparpläne, für die nur ein monatliches Investment von 25 Euro nötig ist, so Slavik. Für junge Menschen mit einem langen Anlagehorizont könne dies bereits sinnvoll sein. Das Geld auf einem Sparbuch zu verwahren, würde zwar "ein individuelles Gefühl von Sicherheit geben," sei aber im derzeitigen Zinsumfeld eher ein vorprogrammierter Verlust.

bel/cri

Copyright APA. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von APA ist nicht gestattet.
Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu.
Alle Kursinformationen sind nach den Bestimmungen der jeweiligen Börse verzögert. Technologie und Daten von TeleTrader Software GmbH.
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren   Akzeptieren